Die Eröffnung der Mittelroute des Martinusweges „VIA SANCTI MARTINI“ von Szombathely in mehreren Etappen durch Europa nach Tours

Am 26.10.2016 wurde in einer historischen Feierstunde mit Bischof Fürst, Erzbischof Burger und dem apostolischen Nuntius Nikola Eterovic an der Grenze der Bistümer Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Freiburg die Mittelroute des Martinusweges durch Europa offiziell eröffnet.

Der Europarat hat den Pilgerweg „VIA SANCTI MARTINI“ im Jahr 2005 als zweite eingetragene Kulturstraße neben dem Jakobsweg in die Liste der Kulturwege aufgenommen. Diese Wege verfolgen zwei Ziele: Die gemeinsame Identität der europäischen Bürger sichtbarer und im täglichen Leben lebendiger zu machen sowie das europäische Kulturerbe zu erhalten.

Nach der Vorbereitungsphase in 2010 wurde der Pilgerweg in der Diözese und in den Dekanaten geplant und in den Kirchengemeinden durch die verschiedenen Martinusgruppen in der Diözese von Biberach über Rottenburg a.N. und Stuttgart, Ludwigsburg sowie Besigheim bis Schwaigern ausgeschildert. Der Martinusweg, der in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit den Ergänzungswegen insgesamt 1200 km lang ist, wurde von Bischof Fürst im April 2011 mit den Worten eröffnet: „Pilgern auf dem Martinusweg kann zur Spurensuche werden: nach Spuren des heiligen Martin in unserer Welt und nach Spuren Gottes in unserem Leben.“

Im Jubiläumsjahr 2016 (1700 Jahre nach der Geburt des Martin im Jahr 316) wurden von der St. Martinusgemeinschaft e.V. und den Dekanaten über das ganze Jahr hinweg viele Pilgertage im Rahmen des Samstagspilgerns angeboten, im Dekanat Ludwigsburg von Stuttgart über Kornwestheim nach Ludwigsburg und an einem anderen Samstag von Ludwigsburg nach Besigheim und von Besigheim über den Michaelsberg nach Lauffen. Die Pilger erfuhren dabei Geschehnisse und Legenden aus dem Leben des heiligen Martin, der in einer Zeit des Aufbruchs und der Veränderung lebte. Er wirkte wie kaum ein anderer in seiner Zeit als Vorbild für die Nächstenliebe. Bekannt sind die Mantelteilung und die Heilung von Kranken sowie seine Standhaftigkeit im Glauben.

Die Künstlerin Astrid Eichin webte einen Martinsmantel, der in der Mitte geteilt und mit einer goldenen Kordel zusammengebunden ist. Dieser Mantel wird als symbolisches Verbindungsstück feierlich von Diözese zur nächsten Diözese weitergereicht auf der neuen 2500 km langen Mittelroute des Martinusweges von Szombathely nach Tour. Der Weg beginnt am Geburtsort des heiligen Martinus in Szombathely und verläuft durch die Diözesen in Ungarn, Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis nach Tour, wo Martin Bischof war. In der Nähe von Schwaigern übergab Bischof Gebhard Fürst den Martinsmantel an den Erzbischof Burger aus Freiburg. Der Weg des Mantels führt von Freiburg in die Diözese Speyer und danach nach Worms, wo nach der Legende Martin eingekerkert war. Neben Szombathely ist hier der zweite Ort auf der Mittelroute, an dem sich Lebens- und Glaubensspuren treffen.

Der apostolische Gesandte des Papstes N. Eterovic würdigte bei der historischen Eröffnung der Mittelroute das Engagement der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Initiativen zur Ausgestaltung des Martinsweges. Er betonte, dass Pilgern in Europa eine besondere Bedeutung habe: „Das Beispiel des heiligen Martin lädt Christen heute dazu ein, sich für den Aufbau eines Europas einzusetzen, das tiefe christliche Wurzeln hat“. Der Pilgerweg des heiligen Martin ist Symbol für die Kirche im Aufbruch.

Kurze Filme sind in YOUTUBE veröffentlicht und unter den Suchbegriffen „Martinusweg“ und „Schwaigern“ zu finden.

Otto Abele

Ökumenisch Pilgern mit den Bischöfen

Bischof Dr. Gebhard Fürst und der evangelische Landesbischof July machten sich am 22.10.2016 gemeinsam mit 300 Christen beim ersten ökumenischen Pilgertag auf den Martinusweg von Kornwestheim nach Ludwigsburg.

Anlass des Pilgertages war das Martinusjahr zum 1700. Geburtstag des heiligen Martin von Tours und das beginnende 500-Jahr-Reformationsgedenken 2017.

Der Pilgertag begann an der katholischen Martinuskirche in Kornwestheim und endete mit einer Dialogpredigt beim Abschlussgottesdienst auf der Karlshöhe in Ludwigsburg. Beide Bischöfe hoben die Glaubenszeugen und jeweils die Bedeutung des heiligen Martin und des Reformers Martin Luther hervor, die bis heute in unsere Zeit wirken.

Otto Abele