Impuls zum Fronleichnamsfest von Silja Walter

„Monstranz

Goldgefäß der Gnade,
neue Bundeslade
vor uns hingestellt. 

Brot in Sonnenscheibe
Gottes Leib und Bleibe
mitten in der Welt:

Dich anschaun löst Binden
vom Gesicht der Blinden,
dich anschaun macht gut.

Lasst uns niedersinken
und anbetend trinken
Glauben, Hoffnung, Glut.“

Karwoche und Fest der Auferstehung

Hintergründe und Brauchtum

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, auch Stille Woche, Heilige Woche oder Große Woche genannt. Das Wort „Kar“ kommt von dem althochdeutschen „Kara“ und bedeutet „Klage, Sorge, Kummer und Trauer“.

Die Kartage – von Donnerstagabend bis Samstagabend – bilden den Höhepunkt der Vorbereitung auf Ostern; die Kirche feiert das Leiden, Sterben und den Tod Jesu Christi.

 

Palmsonntag

Die Liturgie des Palmsonntag verbindet zwei Erinnerungen: das Gedächtnis des Einzugs Jesu in Jerusalem und seines Leidens und Sterbens. Freude und Trauer liegen nahe beieinander.

Zu Beginn des Gottesdienstes ist die Palmweihe in Erinnerung an den Jubel, der Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem entgegengebracht wurde.

Palmbuschen / Palmzweige

Eigentliche oder richtige Palmzweige sind Palmen und Ölzweige. Palmen sind das Symbol für den König, Ölzweige sind das Symbol für den Frieden, den dieser König bringt.

Diese echten Palmzweige werden in unseren Breiten ersetzt – je nach Landschaft unterschiedlich – durch Palmkätzchen, Buchsbaum, Immergrün, Wacholder, Tannen, Stechpalmen, Haselzweige oder andere Zweige und Knospen. Größe, Zusammensetzung und Schmuck des Palmbuschen sind nach Gegend und Überlieferung verschieden geprägt. Früher wurden die Palmzweige über der Haustür aufgehängt, zum Friedhof getragen, in einen neugepflügten oder mit Getreide besäten Acker eingebracht. In einigen, vor allem ländlichen Gegenden, gibt es diese Bräuche auch heute noch.

Wir könnten heute

  • die Palmzweige in der Wohnung an einen geeigneten Platz hängen, hinter das Kreuz, über eine Tür ….

  • den Palmstrauß Taufpaten oder der Familie eines Patenkindes bringen.

 

Gründonnerstag

An diesem Tag wurden früher die öffentlichen Sünder, die am Aschermittwoch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden waren, aus ihrer Bußzeit entlassen. Es wurde Versöhnung mit ihnen gefeiert; gemeinsam konnte die Gemeinde wieder das Osterfest feiern.

Von daher stammt wohl auch der Name: Die Büßer waren die Greinenden = die Weinenden. Aus dem Wort „Greindonnerstag“ wurde „Gründonnerstag“.

Andererseits spielt die Farbe Grün an diesem Tag auch eine besondere Rolle. Früher wurden am Gründonnerstag grüne Meßgewänder getragen.- Bis heute ist es mancherorts noch Sitte, Spinat oder anderes grünes Gemüse zu essen.

Mit Ausnahme „der Messe zur Ölweihe“ in der Bischofskirche – dort weiht der Bischof die Öle für die Taufe, Firmung, Priesterweihe, Krankensalbung und Altarweihe – wird am Morgen dieses Tages keine Messe gefeiert. Erst am Abend versammelt sich die Gemeinde und feiert zum Gedächtnis des letzten Abendmahles festlich die Eucharistie. Das Evangelium von der Fußwaschung erinnert uns an den Dienst, den der Herr an uns tut und den wir auch einander leisten sollen.

Nach dem Gloria schweigen Glocken und Orgel bis zur Osternacht. Die Volksmund sagt: „Die Glocken fliegen nach Rom“; statt Glocken ertönen Holzratschen oder Klappern.

Der Leib des Herrn wird nach der Messfeier in einer Prozession vom Hauptaltar an einen anderen Ort getragen. Dort wird er aufbewahrt für die Kommunionspendung am Karfreitag und von den Gläubigen in stiller Anbetung verehrt.

Was in der Familie gemeinsam getan werden könnte

  • Vor oder nach dem Gottesdienst gemeinsam Mahl halten in Erinnerung an das Mahl Jesu mit seinen Jüngern.

  • Miteinander Vereinbarungen treffen, worauf jedes Familienmitglied bis zum Osterfest zu verzichten bereit ist.

  • Etwas Grünes säen, was bis Ostern und darüber hinaus wachsen kann, aufgehen kann, z.B. Weizen, Kohl, Kräuter und Blumen.

  • In der Vergangenheit galten Kräuter, die am Gründonnerstag gesammelt wurden, als besonders heil- und segenskräftig. – Wir können Kräuter und Blumen sammeln und zu einem Kranz winden, der über den Sommer aufbewahrt und im Herbst an den Erntekranz gesteckt werden kann.

 

Karfreitag

Am Karfreitag feiert die Kirche keine heilige Messe. Am Nachmittag, in der Regel um 15.00 Uhr zur Todesstunde Jesu, versammelt sich die Gemeinde in der Kirche zu einem Wortgottesdienst zur Erinnerung des Leidens und Sterbens ihres Herrn. Der Tag steht mit seiner Stille und Besinnlichkeit, mit Fasten, Trauergesängen, schweigenden Glocken und schweigender Orgel ganz im Zeichen der Trauer. Die Leidensgeschichte und Verehrung des Kreuzes sind die Mitte des Gottesdienstes.

 

Karsamstag

Die Kirche und der Altar bleiben leer. Karsamstag ist der große Ruhetag zwischen Tod und Auferstehung. In der Familie ist der Karsamstag der Tag der letzten Vorbereitung auf das Osterfest.

 

Das Osterfest – Fest der Auferstehung des Herrn

Das Datum des Osterfestes hängt mit dem jüdischen Zeit- und Festtagskalender zusammen. Dort begannen die Monate jeweils mit dem Tag des Neumondes. Der erste Monat nach dem Frühlingsmonat heißt Nisan. Am 14. Nisan, dem Vollmondtag dieses Monats, feierten die Juden ihr Osterfest – Passah oder Pascha – zur Erinnerung an die Errettung aus Ägypten. Bis ins 2. Jahrhundert hinein war der 14. Nisan, ganz gleich auf welchen Wochentag er fiel, dann auch das Datum für das christliche Osterfest. Ein Teil der Christenheit (in Kleinasien) behielt diesen Termin bei, während sich Rom und damit der größere Teil der Kirche für den auf den 14. Nisan folgenden Sonntag entschied. Das I. Konzil von Nizäa (325) beschloss die endgültige Regelung: Ostern wird alljährlich am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Damit ist eine Schwankungsbreite von fünf Wochen (22. März bis 25. April) gegeben.

Das Osterfest ist eines unserer ältesten Feste. Bereits im 4. Jahrhundert wurde Ostern als christliches Fest, als „Fest der Feste“ hochgeschätzt und ausgiebig gefeiert. Forscher führen Ostern auf das althochdeutsche Wort „ostra“ zurück, ein althochdeutsches Wort, das die Zeit bezeichnet, in der die Sonne wieder genau im Osten aufgeht. Nach altem Glauben hüpft die Sonne aus Freude über den Auferstandenen am Ostermorgen mehrmals empor.

Allen Erklärungsversuchen liegt die Vorstellung von Christus als der im Osten aufgehenden Sonne zugrunde.

Die Segnung der Osterspeisen

In manchen Gemeinden lebt heute der alte Brauch wieder auf, im Ostergottesdienst Speisen zu segnen. Zu diesen Speisen, in einen geschmückten Korb gelegt, gehören Eier und Salz, Speck oder Schinken, Wurst, Butter, Meerrettich und selbst gebackenes Brot. Diese gesegneten Speisen werden an andere verschenkt oder im Kreis der Familie als erstes Ostermahl gegessen.