Muttersprachliche Gemeinde San Antonio

San Antonio Gemeinde Bönnigheim

Seestraße 17

74357 Bönnigheim

Carmelina Silvano-Vitale, Pfarrsekretärin
Telefon: 07143/403596
Fax:       07143/403653
email: SanAntonio.Boennigheim@drs.de

Padre Luciano, Pfarrer
Telefon: 0176/78338416
email: Luciano.Marchesini@drs.de

Öffnungszeiten des Pfarrbüros

Mittwoch von 14.00 Uhr bis 17.45 Uhr 

Donnerstag von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr

Gottesdienste

Gottesdienste:

Sonntag, 28.03.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Freitag, 02.04.21 18.00 Uhr – Kreuzweg Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 04.04.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 11.04.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 18.04.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 25.04.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 02.05.21 10.00 Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

Sonntag, 09.05.21 10.00Uhr – Eucharistiefeier Albertus Magnus Kirche Löchgau

 

Was ist aus unserem Haus geworden?

Wir waren verängstigt und verloren "wie die Jünger inmitten des Sturms" (Mk 4,35). Über alle Vorhersagen und Vorstellungen hinaus hat die Covid-19-Pandemie die ganze Welt wie ein echter "Tsunami" erfasst: Wir waren überrascht von einem unerwarteten und wütenden Sturm. Diese "Schockwelle, welche die gesamte Menschheit erfasst hat" hat das von uns aufgebaute Gesellschaftsmodell untergraben: Eine Gesellschaft, die auf Konsum, Profit, Individualismus aufgebaut ist, ist wirklich eine solide Gesellschaft oder eher eine fragile, die auf Sand aufgebaut ist?

Was wurde in dieser Situation aus der Kirche? Was wurde insbesondere aus unserer Gemeinschaft? Welches Bild von der Kirche haben wir mit unseren Worten und Gesten oder mit unserem Schweigen vermittelt?

Als Pfarrer dieser Gemeinde versuchte ich auch in der Zeit des Lock-Downs, meine Nähe durch die tägliche Feier der Messe oder durch Hausbesuche anzubieten. Zumindest bis Mitte Mai, als wir die Gottesdienste wieder in den Kirchen feiern durften.

Das Gleichnis vom Hausbau

Im Gleichnis vom Hausbau geht es um zwei Häuser, die zwei Arten von Menschen symbolisieren: Das eine der weise und das andere der törichte. Der erste baut sein Haus auf dem Felsen und der andere auf dem Sand (Matthäus 7, 21.24-27).

Beide Häuser, erleiden den Sturm, "Der Regen fiel, die Flüsse flossen über, die Winde wehten und trafen das Haus ..."

Ich verband spontan die Häuser mit der Wut der Pandemie, die als Sturm wütete und den Tod gebracht hat.

Das Virus hat unser soziales, kirchliches, familiäres Zusammenleben sowie die persönliche Dimension des Lebens durcheinander gebracht, es hat Bestürzung und Angst hervorgerufen. Wir haben erkannt, dass alles auf den Kopf gestellt wurde, auch unsere menschliche Existenz.

Das "Zuhause" ist der Ort der familiären Zuneigung und des persönlichen Lebens. Das Bild des Hauses bringt uns zurück zur Familie, in der wir uns neu erschaffen und manchmal Zuflucht suchen, zur Natur als Lebensraum aller Menschen und zur Kirche, entsprechend einer doppelten Bedeutung: der Pfarrgemeinde, zu der wir gehören, und jeder Kirche auf der Welt, wo man sich auch "zu Hause" fühlt, sobald man ihre Schwelle überschreitet.

Das Gleichnis von den beiden Häusern stellt uns alle einige einfache Fragen: Was ist in der Zeit der Pandemie in unseren Familien und Gemeinden zusammengebrochen? Was widerstand und was stärkte sich? Was können wir aus dem lernen, was wir erlebt haben? Wir können sagen, dass die Pandemie unsere vollständige und völlige Verwundbarkeit gezeigt hat, mit der wir uns plötzlich abgefunden haben.

Aber die schwierigste Frage, die in mir am meisten nachhallt, ist die folgende: Wurde das „Haus“ unseres Glaubens nicht streng geprüft? Unsere tiefsten Überzeugungen des Glaubens wurden nicht vor den stillen und verlassenen Städten erschüttert, vor der endlosen Reihe von Militärfahrzeugen, welche die Särge zu den Friedhöfen trugen? Und angesichts der Tränen derer, die nicht einmal die Hand des geliebten Menschen halten konnten?

Der Zweifel kam auf, die Fragen ließen nicht lange auf sich warten, und der Sturm der Trostlosigkeit und Entmutigung brach gnadenlos zusammen. Der Glaube wurde geprüft.

All dies wird durch den Schmerzensschrei zusammengefasst, den das Kruzifix in Richtung Himmel auslöst. Fast eine Anklage gegen Gott, eine dramatische Frage angesichts des Todes: Warum so viel Leid in der Welt? Eine Frage, die in den Herzen aller Gläubigen sowie nicht Gläubigen erklingt und die darum bittet, gehört zu werden.

Jemand, der mit diesen Fragen konfrontiert war, befürchtete wahrscheinlich, den Glauben zu verlieren, oder er hat ihn wirklich verloren. Unter dem heftigen Sturmschlag sind vielleicht einige Überzeugungen, die wir für selbstverständlich hielten, zusammengebrochen. Und es kann ebenfalls sein, dass jemand andere Argumente gefunden hat, um weiterhin nicht zu glauben.

Diese Schläge auf den Glauben könnten sich jedoch als vorsehend erweisen, als Ausgangspunkt für eine Erneuerung des Glaubens, der in den authentischen Grundlagen des christlichen Glaubens verankert ist.

Es könnte sich hierum um eine "gesunde" Krise handeln, die eine verborgene Zerbrechlichkeit ans Licht bringt und den Grundstein für eine konsequentere Auseinandersetzung mit dem Evangelium legt. Eine Erfahrung wie die des heiligen Paulus auf dem Weg nach Damaskus (Eph. 4,24).

Pater Luciano Marchesini

(Aus dem Italienischen Anna Bonavita Gissel)